11000 Schritte bis auf 2628 m
Wir waren gestern nicht die einzigen, die den Alpspitz-Klettersteig oder die Alpsitz-Ferrata bis zum Gipfelkreuz der Alpsitze hochkletterten. Das zeigt schon das erste Bild. Wir wurden also ganz spontan Mitglieder einer großen Seilschaft.

Aber der erste Abschnitt war erstmal sehr gemütlich und für uns als Skifahrer gewohntes Terrain: mit der Alpspitzbahn hoch auf den Osterfelder und erste Eindrücke auf der AlpsiX Aussichtsplattform.





Nach diesen einfachen 1280 Höhenmetern kommt jetzt unsere Spezialausrüstung zum Einsatz, die wir uns teilweise beim DAV Ingolstadt-Ringsee ausgeliehen haben. Danke dafür!
Gesichert mit Klettergurt, Helm und Sicherheitsseil und zusätzlich mit Handschuhen für einen festen Griff machten sich jetzt die ESVler, die ihr komplettes Material dabei hatten, auf den Weg durch die „Ferrata“, den Klettersteig im westlichen Felsen der Alpspitz-Nordwand. Über diverse Klammerleitern, Drahtseilsicherungen, Eisenstäbe geht es jetzt aufwärts. Meistens gut gesichert über den Klettergurt. Gelegentlich dürfen wir aber auch frei klettern. Das macht es keineswegs einfacher, denn das Gelände ist steil, schroff und respekteinflösend. Nicht jeder Stein sitzt so fest, wie es zunächst aussieht.
Und es gibt „Profis“, die auf die Sicherung verzichten. Die sind dann natürlich schneller, weil sie nicht die zwei Karabiner nacheinander lösen und wieder einrasten lassen müssen. Aber die Strecke ist auch sehr schmal, somit ist dann Geduld nötig, um eine Stelle zu finden, an der überholt werden kann.
Uns ist es lieber, sicher mit jedem Tritt nach oben zu kommen. Wir sind rechtzeitig gestartet, wir nehmen uns die Zeit dafür.








Und obwohl der Alpsitzgipfel aus der Ferne und von unten recht klein und spitz aussieht, ist oben genug Platz für all die Kletterer, die an diesem schönen Sommersamstag mit uns unterwegs sind. Wie immer gibt es eine Gipfelbrotzeit, die Details dazu gibt es auf dem nächsten Gipfel, kommt einfach mit und seid live dabei.
Auch auf dem Rückweg über die Ostflanke reihen sich die Kletterer fast wie einer Perlenschnurr auf. Und nur, weil wir jetzt zunächst kein Sicherungsseil brauchen, ist es nicht viel einfacher. Wo im Geröllfeld kann ich sicher hintreten? Wo ist der Halt stabil? Teilweise läuft der Rückweg auf schmalen Graten entlang. Und freies Klettern ist auch immer wieder nötig. Gegen Ende der Tour ist ein langer Leiterabstieg zu absolvieren und zwei Tunnels durchlaufen wir, um zurück zu unserem Startpunkt auf dem Osterfelder zu kommen.









Auf dem Panorama ist unsere Tour wie folgt bezeichnet: Aufstieg über die schwarze „Z11“, Abstieg über die schwarzen „Z12″/“834“ und später nur noch die „Z12“.
Wir sind richtig stolz und happy auf das, was wir geschafft haben. Wir spüren viele Muskeln und Knochen, die wir bisher noch nicht so richtig kannten. Und wir diskutieren, wo wir unsere Grenzerlebnisse hatten. Und welche Berge und Gletscher haben wir in der Ferne erblickt? Hintertux? Stubai? Großvenediger? Richtig sicher sind wir uns nur bei der Zugspitze und dem Höllentalgletscher.
